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Sandsturm in Muinak
Sandsturm in Muinak

Texte und Bilder aus dem Film "DER ARALSEE Wo das Wasser endet - endet die Erde"

Muinak in der Mittagszeit. Die ehemalige Hafenstadt war einst auch Kurort, der bekannt war für seine frischen Seewinde, selbst im Hochsommer. Jetzt gibt es fast täglich Sand- und Salzstürme, vor denen sich die Bevölkerung kaum schützen kann. Als es im Aralsee noch zwanzig Sorten Speisefisch gab, verarbeitete die Konservenfabrik von Muinak 48.000 Tonnen Fisch im Jahr, darunter Welse, Zander und Störe. Das waren 16 Millionen Fischkonserven, die bis nach Kanada exportiert wurden.

Sandsturm in Muinak
Sandsturm in Muinak

1995 bekennen die Staatsoberhäupter der fünf mittelasiatischen Republiken öffentlich, das Gesundheitswesen vernachlässigt und die soziale Not in der Krisenregion übersehen zu haben. Auf der UN-Konferenz von Nukus versprechen sie feierlich schnelle Verbesserungen. Millionen Dollar fließen daraufhin auch nach Usbekistan. Mit Erstaunen verfolgen nun die Menschen hier, wieviel Trinkwasserexperten es auf der Welt gibt. Sie kommen seit Jahren, nehmen Proben und messen und analysieren. Aber selbst bis nach Muinak hat sich herumgesprochen, dass es ausgereifte Technologien gibt, aus hochvergiftetem Wasser reines Trinkwasser zu machen.

Wie Schnee sehen die Salzflächen aus, die heute das typische Bild der Aralregion bestimmen
Wie Schnee sehen die Salzflächen aus, die heute das typische Bild der Aralregion bestimmen
Behinderungen bei Neugeborenen sind keine Seltenheit
Behinderungen bei Neugeborenen sind keine Seltenheit

Originalton einer Kinderärztin:

Dieses Kind zum Beispiel wurde schon mit einer geschlossenen Fontanelle geboren. Sie wissen, dass bei einem Neugeborenen die Fontanelle hier am Kopf im ersten Lebensjahr offen sein muß. Das ist für das Wachstum des Kindes sehr wichtig. Bei diesem Mädchen ist sie bereits geschlossen. Fast 40 % unserer Kinder werden mit geschlossener Fontanelle geboren. Ein Ergebnis unserer zerstörten Umwelt. Uns werden diese Probleme noch lange zu schaffen machen, weil viele Kinder krank aufwachsen. So wird bei diesem Mädchen die Entwicklung des Gehirns eingeschränkt sein.